Fensterschmuck am Rathaus Tempelhof: "9. September Gedenktag Opfer des Faschismus"

Der zweite Sonntag im September

Zur Geschichte des OdF-Tages

Ausstellung

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1945: Aufruf der Überlebenden

In den ersten Wochen nach der Befreiung entstehen vielerorts Antifa-Ausschüsse, in denen Verfolgte des Naziregimes soziale und medizinische Hilfe für Überlebende aus Haftstätten und Konzentrationslagern organisieren. Seit dem Sommer 1945 werden in zahlreichen Städten aller vier Besatzungszonen Ausschüsse für die Opfer des Faschismus gegründet und den Stadtverwaltungen angegliedert.

Als die Jahrestage der Ermordung Ernst Thälmanns, Rudolf Breitscheids und der Widerstandskämpfer des 20. Juli bevorstehen, ergreifen ehemalige politische Häftlinge die Initiative zur Begründung eines Gedenktages für die Opfer des Faschismus. Aus diesem Anlass wendet sich der Berliner "Hauptausschuss Opfer des Faschismus" am 3. August an den Oberbürgermeister Dr. Arthur Werner. Der Berliner Magistrat nimmt sich dieses Anliegens an. Er ruft erstmals für den 9. September 1945 zum "Tag der Opfer des Faschismus" auf. Die neu zugelassenen antifaschistisch-demokratischen Parteien, die Kirchen, die Gewerkschaften und Jugendausschüsse unterstützen den Gedenktag. Im Zentrum der Ehrung stehen die "toten Helden des antifaschistischen Kampfes", wie es im Aufruf des Berliner Hauptausschusses "OdF" heißt.

Auch in zahlreichen Städten Sachsens, in Brandenburg, Weimar, Neumünster und Stuttgart finden im September 1945 Gedenktage für die Opfer des Faschismus statt.
Foto: Fensterschmuck am Rathaus Tempelhof: "9. September Gedenktag Opfer des Faschismus"
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VVN-BdA Rosa-Luxemburg-Stiftung Eine Ausstellung der
VVN-BdA e. V. und der
Rosa-Luxemburg-Stiftung

Aufruf-Plakat, gestaltet von Gerhard Kreische
Aufruf-Plakat, gestaltet von Gerhard Kreische


(Fotoaufnahme nach 1945)
(Fotoaufnahme nach 1945)
Ottomar Geschke (1882-1957)

Von 1920 bis 1924 für die KPD Mitglied des Preußischen Landtages, 1924 bis 1932 Reichstagsabgeordneter. Am 28. Februar 1933 verhaftet, überlebt er das Zuchthaus Spandau, die Konzentrationslager Lichtenburg, Sonnenburg, Buchenwald und Sachsenhausen und wird erst Anfang Mai 1945 befreit.

1945-46 Vorsitzender der KPD-Bezirksleitung Berlin und Stadtrat für Sozialwesen beim Berliner Magistrat, Er gehört zu den Mitbegründern des Berliner Hauptausschusses "OdF", ist dessen erster Vorsitzender. 1947-1953 Vorsitzender der VVN für die SBZ bzw. ab 1949 bis 1953 für die DDR.

Frankfurter Rundschau vom 8. September 1945
Frankfurter Rundschau vom 8. September 1945

Ehrung für den 1934 ermordeten Kommunisten Richard Hüttig vor dessen früherem Wohnhaus
Ehrung für den 1934 ermordeten Kommunisten Richard Hüttig vor dessen früherem Wohnhaus