Geteilte Erinnerung: Eigene Wege in Westberlin
Mit den deutschen Staatsgründungen teilt sich das Gedenken an die Opfer des Faschismus endgültig.
1949 ruft der neu konstituierte Westberliner Senat für den OdF-Tag zu einer eigenen Veranstaltung in Plötzensee auf. Sie soll ein "Gegengewicht" zu der Kundgebung im Lustgarten schaffen. Am 14. September 1952 wird in der früheren Hinrichtungsstätte, in der Tausende Frauen und Männer von den Nazis ermordet wurden, die Gedenkstätte Plötzensee eingeweiht. Unterstützt werden diese und andere Gedenkfeiern in den Folgejahren von Verfolgtenverbänden, die sich in Abgrenzung zur VVN gründen. So zum Beispiel der "Bund der Verfolgten des Naziregimes", dem sich vor allem ehemals verfolgte Sozialdemokraten, Liberale, Konservative, Christen und Juden anschließen.
In den fünfziger Jahren wird das Gedenken an die Opfer des Naziregimes Teil der offiziellen Erinnerung an alle Opfer von Gewaltherrschaft vor und nach 1945. Im Zeichen von Totalitarismus-Theorie und Antikommunismus sind die Opfer des Faschismus nur noch ein Teil des Gedenkens an alle Opfer von Krieg und Gewalt. Der Volkstrauertag im November wird zentraler Gedenktag in der Bundesrepublik. An den Widerstand gegen das Naziregime wird nun am 20. Juli erinnert. Das Gedenken verengt sich auf den bürgerlich-konservativen, christlichen und militärischen Widerstand und die Weiße Rose. Der Widerstand aus der Arbeiterbewegung, vor allem von Kommunisten, wird weitgehend verdrängt.
1949 ruft der neu konstituierte Westberliner Senat für den OdF-Tag zu einer eigenen Veranstaltung in Plötzensee auf. Sie soll ein "Gegengewicht" zu der Kundgebung im Lustgarten schaffen. Am 14. September 1952 wird in der früheren Hinrichtungsstätte, in der Tausende Frauen und Männer von den Nazis ermordet wurden, die Gedenkstätte Plötzensee eingeweiht. Unterstützt werden diese und andere Gedenkfeiern in den Folgejahren von Verfolgtenverbänden, die sich in Abgrenzung zur VVN gründen. So zum Beispiel der "Bund der Verfolgten des Naziregimes", dem sich vor allem ehemals verfolgte Sozialdemokraten, Liberale, Konservative, Christen und Juden anschließen.
In den fünfziger Jahren wird das Gedenken an die Opfer des Naziregimes Teil der offiziellen Erinnerung an alle Opfer von Gewaltherrschaft vor und nach 1945. Im Zeichen von Totalitarismus-Theorie und Antikommunismus sind die Opfer des Faschismus nur noch ein Teil des Gedenkens an alle Opfer von Krieg und Gewalt. Der Volkstrauertag im November wird zentraler Gedenktag in der Bundesrepublik. An den Widerstand gegen das Naziregime wird nun am 20. Juli erinnert. Das Gedenken verengt sich auf den bürgerlich-konservativen, christlichen und militärischen Widerstand und die Weiße Rose. Der Widerstand aus der Arbeiterbewegung, vor allem von Kommunisten, wird weitgehend verdrängt.
Foto: Einweihung der Gedenkstätte Plötzensee am 14. September 1952