Das Ritual: Gedenken, Erinnern und Bemächtigung durch Partei- und Staatsführung
Die emotionale und moralische Kraft des OdF-Tages dient mehr und mehr der antifaschistischen Legitimation der DDR und ihrer Partei- und Staatsführung. Davon künden auch ihre Reden auf dem Berliner Bebelplatz und die großformatigen Portraits der Mitglieder und Kandidaten des Politbüros der SED, die neben Portraits von Widerstandskämpfern aufgestellt werden. Der Ablauf des OdF-Tages wird zu einem minutiös durchgeplanten Ritual. Die zentrale Kundgebung beginnt mit einer Kranzniederlegung der Partei- und Staatsführung, des Komitees der antifaschistischen Widerstandskämpfer und der ausländischen Gäste am "Ehrenmal für die Opfer des Faschismus und Militarismus" Unter den Linden (heute Neue Wache).
Das Gedenken bezieht alle Opfer der Faschismus ein.
Besondere Ehrung aber erfahren vor allem die Widerstandskämpfer. Von ihrem Kampf und ihrer nie versiegenden Zuversicht auf eine Welt ohne Krieg und Faschismus sprechen internationale Vertreter von Widerstandsverbänden. Vertreter der Jüdischen Gemeinde, der Roma und Sinti, Deserteure, "Euthanasie"-Opfer und andere Verfolgte des Naziregimes kommen auf den Kundgebungen nicht zu Wort. Die Geschichte ihrer Verfolgung wird kaum erwähnt.
Kundgebungsteilnehmer nehmen den OdF-Tag in einem Spannungsfeld zwischen bewegendem Gedenken, dem Wachhalten der Erinnerung an die Nazi-Verbrechen und staatlicher wie tagespolitischer Vereinnahmung wahr.
Das Gedenken bezieht alle Opfer der Faschismus ein.
Besondere Ehrung aber erfahren vor allem die Widerstandskämpfer. Von ihrem Kampf und ihrer nie versiegenden Zuversicht auf eine Welt ohne Krieg und Faschismus sprechen internationale Vertreter von Widerstandsverbänden. Vertreter der Jüdischen Gemeinde, der Roma und Sinti, Deserteure, "Euthanasie"-Opfer und andere Verfolgte des Naziregimes kommen auf den Kundgebungen nicht zu Wort. Die Geschichte ihrer Verfolgung wird kaum erwähnt.
Kundgebungsteilnehmer nehmen den OdF-Tag in einem Spannungsfeld zwischen bewegendem Gedenken, dem Wachhalten der Erinnerung an die Nazi-Verbrechen und staatlicher wie tagespolitischer Vereinnahmung wahr.
Foto: Kranzniederlegung am "Ehrenmal für die Opfer des Faschismus und Militarismus" 1988